29.08.2016 Hagelunwetter Steiermark

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29.08.2016 Hagelunwetter Steiermark

Beitragvon hhkes » Mo 29. Aug 2016, 22:12

Die Serie der gewaltigen Schadensunwetter setzt sich leider fort:

Zitat:
Hagelgewitter
900 Feuerwehrleute nach Unwettern im Einsatz

Heftige Gewitter zogen am Nachmittag über die Steiermark. Besonders betroffen waren die Bezirke Graz-Umgebung und Leibnitz. Orkanartige Böen, Starkregen und Hagelschlag richteten schwere Schäden an.

Heftige Gewitter mit starkem Regen und teils auch mit Hagel gingen am Montagnachmittag über der Steiermark nieder. Zu 120 Unwettereinsätzn mussten die Feuerwehren ausrücken. Insgesamt waren rund 900 Einsatzkräfte von 80 Feuerwehren im Einsatz.

Besonders von den Unwettern betroffen waren die Bezirke Graz-Umgebung und Leibnitz. In Labuttendorf (St. Veit in der Südsteiermark) gab es schwere Überschwemmungen. Zudem wurden durch Sturmböen einige Bäume beschädigt und zum Teil richtiggehend niedergemäht. Die Feuerwehr musste mit der Drehleiter ausrücken. Kürbisäcker wurden regelrecht leergeschwemmt, die Kürbisse lagen verstreut auf Nachbargrundstücken, auf der Straße und im Bach.

In Spielfeld stand das Zollamtsgebäude rund 20 Zentimeter unter Wasser. Insgesamt sechs Dächer wurden zum Teil abgedeckt. In Graßnitzberg (Gemeinde Spielfeld) musste zudem eine Brücke gesperrt werden.

In Labuttendorf (Gemeinde St. Veit in der Südsteiermark) wurden Dächer teilweise abgedeckt.

Ebenfalls in Labuttendorf traf es auch die Kürbisfelder hart. Kürbisse wurden vom Feld geschwemmt und lagen verstreut auf Nachbargrundstücken und auf der Straße.

Im Raum Labuttendorf (St. Veit am Vogau) wurde die Feuerwehr Kaindorf mit dem Wechselladefahrzeug zur Unterstützung angefordert. Sechs Dächer wurden durch Hagelkörner in Labuttendorf stark beschädigt.

Im Bezirk Leibnitz standen in der letzten Stunde 14 Feuerwehren mit 198 Einsatzkräften im Einsatz.

Auch in Graz-Umgebung richtete das Unwetter schwere Schäden an. Besonders betroffen waren Zettling, Fernitz (Fernitz-Mellach), Kalsdorf, aber auch Werndorf, Vasoldsberg, Eggersdorf bei Graz und Laßnitzhöhe. 22 Feuerwehren standen im Einsatz, um die massiven Überschwemmungen, überflutete Keller und umgestürzten Bäume in den Griff zu bekommen. In Werndorf wurde eine Bahnunterführung überschwemmt, auch in Zettling (Gemeinde Premstätten) stand die Autobahnunterführung unter Wasser. Auch in Wildon hagelte es kräftig.


Originalbericht mit zahlreichen Fotos und einem Video:
http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/5076855/Hagelgewitter_900-Feuerwehrleute-nach-Unwettern-im-Einsatz

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Re: 29.08.2016 Hagelunwetter Steiermark

Beitragvon Robert83 » Mo 29. Aug 2016, 22:20

Und man sieht wieder, dass diese ganze Hagelfliegerei für die Fische ist...
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Re: 29.08.2016 Hagelunwetter Steiermark

Beitragvon ManuelW4 » Mo 29. Aug 2016, 22:57

Robert83 hat geschrieben:
Und man sieht wieder, dass diese ganze Hagelfliegerei für die Fische ist...


Naja... ganz verhindern lässt sich der Hagel auch mit der Fliegerei nicht, besonders bei solchen Zellen. Ziel ist ja u.a.auch, dass statt extrem großem Hagel eher kleinerer Hagel herunterkommt, bei logischerweise gleicher Masse muss es dementsprechend mehr hageln... bei schwächeren Gewittern ist der Effekt sicher deutlicher spürbar, da die kleineren Hagelkörner eher Schmelzen, bevor sie am Boden sind. An Tagen wie heute ist es aber eher die sprichwörtliche Entscheidung zw. Pest und Cholera *nixweiss* *grübel*
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Re: 29.08.2016 Hagelunwetter Steiermark

Beitragvon Robert83 » Mo 29. Aug 2016, 23:03

Die Hagelfliegerdebatte ist ja eine ganz eigene: J. Kachelmann ein grosser Gegner, andere schwören darauf. Die ZAMG seiht mit einer Studie(cui bono?) deutlich geringere Hagelgrössen.
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Re: 29.08.2016 Hagelunwetter Steiermark

Beitragvon Bürgler87 » Di 30. Aug 2016, 07:56

Zitat:
dass statt extrem großem Hagel eher kleinerer Hagel herunterkommt, bei logischerweise gleicher Masse muss es dementsprechend mehr hageln...


Also wählt man freiwillig die Apokalypse für die Landwirtschaft? Wär ja blöd...
Jeder weiß dass eine Menge kleiner Hagel mehr zerlegt als wenige große. Aber da müssten dann wieder Dächer repariert werden... Tja...

Ich hab noch nie wo gelesen, dass Silberjodid nachweislich und plausibel wirkt?!
Letzten Endes sind wir wahrscheinlich eh selber Schuld an den großen Wassermengen in kurzer Zeit, sollte es tatsächlich wirken, wie gesagt, runter kommts immer, egal welcher Aggregatzustand.
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Re: 29.08.2016 Hagelunwetter Steiermark

Beitragvon ManuelW4 » Di 30. Aug 2016, 09:14

Die Hoffnung ist, dass er so klein wird, dass er eben nichts mehr anrichtet - das sollte logisch sein ;-) Nur weiß ja vorher niemand über die Dimensionen Bescheid. Von der ZAMG gibts ja eine 20 (?)-jährige Studie, die nachweist, dass der Hagel tatsächlich kleiner geworden ist... *grübel*

Zitat:
Die österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, kurz ZAMG ist sich in ihren Ergebnissen jedoch sicher. Sie führte zwischen 1981 und 2000 eine Langzeit-Studie durch. Die Auswertungen zeigten damals angeblich eine Hagelschadensminderung um zirka 50 Prozent. Leiter der Studie: Dr. Otto Svabik. Der bereits pensionierte Klimaforscher des ZAMG sieht die Wirkung der Hagelabwehr durch Ausbringen von Silberiodid-Aceton als unumstritten.

Quelle (hier finden sich auch kritische Meinungen): http://mokant.at/1505-wetterbeeinflussu ... lberjodid/
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Re: 29.08.2016 Hagelunwetter Steiermark

Beitragvon Mogli » Di 30. Aug 2016, 09:58

Hagel kleiner - dafür viel mehr davon... - "verursacht" durch eine größere Anzahl an Kondensationskeimen.

Man darf sich fragen:

- gut für die Hausdächer und Autos, wenn der Hagel kleiner ist und nix hin macht und dafür
- blöder für die Landwirtschaft - denn viel "kleiner Hagel" macht wohl mehr Schaden, als vereinzelte "Dicke Dinger"... naja...
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Re: 29.08.2016 Hagelunwetter Steiermark

Beitragvon ThomasPf » Di 30. Aug 2016, 10:56

Ich kann mich noch gut an einen TSN-Workshop erinnern, in dem Hagel-Experte Otto Svabik (ZAMG, mittlerweile pensioniert) sagte, dass die erfolgreiche Hagelbekämpfung durch Befliegung bei Superzellen unmöglich sei.
Liebe Grüße,
Thomas.


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Re: 29.08.2016 Hagelunwetter Steiermark

Beitragvon Herfried » Di 30. Aug 2016, 14:22

Bei mittelschweren Hagelgewittern halte ich - rein physikalisch - die Wirkung für wahrscheinlich und sinnvoll. Dann kommen zwar 10 mal so viele Körner, aber nur 1 statt 2 / 2 statt 4 cm.

Trotz der Menge hilft das auch in der Landwirtschaft.


Bei gut organisierten Superzellen und schwerem Großhagel ist es Wurscht was da an Kondensations- und Gefrierkeimen vorhanden ist. In Labuttendorf wurden nicht nur vom Wind, sondern auch vom Hagel Häuser abgedeckt - sprich ein schwerstes Großhagelereignis plus die Hagelmassen.
Hier trumpft einfach die Niederschlagsmenge, die jenseits der Frostgrenze herumfliegt und aus dem "Backsheared Anvil" - dem Ambossteil den es entgegen der Höhenwinde einige km nach vorne drückt - wieder in den geneigten Aufwind runterfällt, zirkuliert. Gibt es nun viel mehr Graupel / kleinen Hagel, dann wachsen viele solcher Körner in der überbevölkerten Wolke zusammen...

Für ganz extremen Hagel sogar der häufigere Mechanismus, als das Schichtweise Anwachsen der einzelnen Körner.


Bei Unwettern wie dem Gestrigen kann man weder Hagelmenge noch -Größe beeinflussen. Paar mehr oder weniger Gefrierkeime sind egal. Die Wolkendynamik die das Eis formt sorgt hier so oder so für verheerende Mengen an Riesenhagel.
Schöne Grüße vom Zösenberg bei Graz, Herfried Spät-Schneefrosch 2011
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Re: 29.08.2016 Hagelunwetter Steiermark

Beitragvon hhkes » Di 30. Aug 2016, 16:17

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